Eltern wollen verständlicherweise das Beste für ihr Kind und versuchen, es vor jeglicher Gefahr zu bewahren. Doch oft lauert das Risiko an unerwarteter Stelle.
Die dünne Haut von Babys und Kleinkindern ist anfällig für Schadstoffe, die die Hautbarriere leicht überwinden und in den Körper eindringen. Neben Keimen und Bakterien können selbst Babyshampoos und Badezusätze besorgniserregend sein, wenn sie synthetische Inhaltsstoffe enthalten. Obwohl solche „sanften“ Produkte an die Bedürfnisse der Kleinsten angepasst sein sollten, finden sich in manchen von ihnen bedenkliche Konservierungsmittel, Emulgatoren, Silikone und Acrylate, künstliche Duftstoffe, Mikroplastik und Azofarbstoffe.
Konservierungsmittel
Frauen, die schwanger oder Mutter sind, sollten keine Produkte mit hormonell wirksamen Chemikalien wie Parabene für sich und ihren Nachwuchs verwenden. Sie stehen in Verdacht, ähnlich wie körpereigene Hormone zu wirken und wichtige Entwicklungsprozesse von Ungeborenen und Babys zu beeinträchtigen. In einer von ÖKO-TEST durchgeführten Untersuchung wurden in einem Babyshampoo sogar Formaldehyd-Abspalter gefunden. Schon in geringer Menge können sie die Schleimhäute reizen, zudem gelten sie als krebserregend.
Emulgatoren
PEG (Polyethylenglykol) und PPG (Polypropylenglykol) sind synthetisch hergestellte Tenside, die die Hautbarriere von Babys und Kleinkindern schwächen und sie noch durchlässiger für Schadstoffe machen können.
Silikone und Acrylate
Da Silikon und der Silikonersatz Acrylat einen abdichtenden Film auf der Haut bilden, wird die natürliche Hautatmung behindert. Die Poren sowie die Schweißdrüsen verkleben und die Talgproduktion wird eingeschränkt. Acrylat wurde vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einigen Badezusätzen für Kinder entdeckt.
künstliche Duftstoffe
Gerade die empfindliche Haut von Babys und Kleinkindern kann durch künstliche Duftstoffe, die zum Beispiel Himbeer- oder Erdbeer-Duft nachahmen, gereizt werden. 80 von ihnen sind für ihr
allergenes Potenzial bekannt, dennoch dürfen sie bei entsprechender Inhaltsstoffdeklaration verwendet werden. Die Bezeichnung „Parfum (Fragrance)“ auf der INCI-Liste sollte jedenfalls stutzig machen.
Mikroplastik
Als „kosmetischer Hilfsstoff“, wie etwa in Form von Glitzerkügelchen, schadet Mikroplastik sowohl der Umwelt als auch dem Körper. Es landet über das Abwasser und die Nahrungskette im menschlichen Organismus. Schadstoffe wie Schwermetalle, die zuvor von den winzigen Partikeln gebunden werden, können bei der Verdauung freigesetzt werden und hormonähnlich wirken.
Azofarbstoffe
Bestimmte Azofarbstoffe, die sich in manchen Badezusätzen finden, können Allergien auslösen und eventuell über die Haut bis in die Leber gelangen. Während bei Tieren bereits bestätigt ist, dass sie krebserregend sein können, gibt es bei Menschen diesbezüglich Hinweise.
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Quellen: Ulrike Icha: Angeschmiert. Tägliche Körperpflege – krankmachende Inhaltsstoffe erkennen und ersetzen. 2017. Verlag PHOENIXHEALING. ISBN: 978-3-200-04951-2
https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babyshampoo-im-Test-Krebsverdaechtiger-Stoff-in-einem-Shampoo-fuer-Babys_111613_1.html / https://konsument.at/test-badezusaetze-fuer-kinder022020
https://www.hautinfo.at/babyhautpflege-verzichte-auf-diese-inhaltsstoffe / https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/partnerschaft-familie/babys-kinder/gefaehrliche-baby-pflege-produkte-ia
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/kosmetik-check_studie.pdf / https://schrotundkorn.de/umwelt/mikroplastik-im-fokus-von-kleinen-partikeln-zu-grossen-problemen


